Bundesverdienstkreuz

Orden und Ehrenzeichen sind staatliche Auszeichnungen des Bundes und der Länder, die als an der Kleidung zu tragende Abzeichen verliehen werden.
Unter diesen Ehrenzeichen nimmt der inoffiziell „Bundesverdienstkreuz“ (BVK) genannte Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland eine Sonderstellung ein. Zum einen ist er der einzige auf Bundesebene verliehene Verdienstorden. Die anderen Bundes-Auszeichnungen wie das Ehrenkreuz der Bundeswehr oder das Grubenwehr-Abzeichen gelten nicht als Orden, sondern als Ehrenzeichen. Der früher wichtige Unterschied zwischen Orden und Ehrenzeichen ist allerdings heute in Deutschland gegenstandslos geworden. Wichtiger dagegen ist, dass der Stiftungszweck des vom Bundespräsidenten verliehenen BVK wesentlich umfassender formuliert ist als bei den Ehrenzeichen des Bundes, die jeweils allein für Verdienste in einem bestimmten Bereich vergeben werden können: Militär, Bergwerk, Sport, Musik.

Das 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Heuss in der Phase des Wiederaufbaus gestiftete Bundesverdienstkreuz wird nach dem Text des entsprechenden bundespräsidialen Erlasses für besondere Leistungen verliehen, die „dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten” und “soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt.“

Das BVK wird in acht Stufen vergeben. Die niedrigste Stufe ist die der Verdienstmedaille, dann folgen Verdienstkreuz am Bande, das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband sowie das Großkreuz. Die höchste Stufe, die fast ausschließlich an Staatsoberhäupter verliehen wird, ist die Sonderstufe des Großkreuzes. Eine 1952 eingeführte spezielle Stufe des Verdienstkreuzes für Arbeitnehmer, die 50 Jahre bei dem selben Arbeitgeber beschäftigt gewesen waren, wurde 1966 wieder abgeschafft.

Die Ausführungen der einzelnen Ordenstufen von der bescheidenen Verdienstmedaille mit 3,8 cm Durchmesser bis zum pompös gestalteten Großkreuz der Sonderstufe sind naturgemäß sehr unterschiedlich. Gemeinsam ist allen Stufen aber die Abbildung des eigentlichen Ordenszeichens: Ein rot emailliertes Kreuz mit vier sich nach außen leicht verdickenden, gleich langen Strahlen und dem Bundesadler im Zentrum.

Jeder kann einen Deutschen oder einen Nichtdeutschen zum BVK vorschlagen. Die Vorschläge werden von der Ordenskanzlei im Bundespräsidialamt geprüft. Bis heute haben etwa 250.000 Menschen das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Die so ausgezeichneten Verdienste sind ganz unterschiedlicher Art: Langjährige ehrenamtliche Tätigkeiten, bewiesene Zivilcourage, politische, wissenschaftliche oder wirtschaftliche Leistungen können genauso wie hervorragende Kulturarbeit oder bedeutende Sporterfolge Verleihungsgründe darstellen.

Zu den Trägern des Bundesverdienstkreuzes zählen Hans Albers, Franz Beckenbauer, Wolf Biermann, Heinz Rühmann und Walter Kempowski.
Einige BVK-Kandidaten haben den Orden aus Gründen hanseatischer Ordensablehnung nicht angenommen wie Helmut Schmidt oder Heidi Kabel oder aus anderen Motiven nicht haben wollen wie zum Beispiel Helmut Böll.

Bild: http://www.flickr.com/photos/fortinbras/1657135870/

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